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Balkon gestalten – So wird deine kleine Terrasse zum Lieblingsplatz

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작성자 Regan 작성일 26-07-08 22:36 조회 6 댓글 0

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Ich habe meinen Balkon im dritten Stock jahrelang nur als Abstellfläche für Fahrräder und vertrocknete Topfpflanzen genutzt. Bis ich eines Morgens mit einem Kaffee raustrat und dachte: Hier fehlt einfach alles. Der Estrich war grau, die Brüstung rostig und irgendwie hatte sich ein Plastikstuhl dort festgesetzt, auf dem man nach zehn Minuten Rückenschmerzen bekam. Also fing ich an, den Balkon gestalten zu wollen – aber nicht mit überteuerten Möbeln aus dem Katalog, sondern mit echtem Alltagsnutzen. Denn auf 6 Quadratmetern zählt jeder Zentimeter.

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Das größte Problem war der fehlende Wetterschutz. Auf meiner Südseite brannte die Sonne von mittags bis abends, sodass ich nach einer Stunde schon wie ein gegrilltes Hähnchen auf dem Stuhl saß. Also montierte ich einen Stoffmarkisen-Ersatz aus Segeltuch, den ich mit zwei Stahlseilen an der Decke befestigte. Der Stoff ist und lässt sich bei Sturm schnell einrollen. Dazu kamen drei große Töpfe mit Lavendel – der riecht nicht nur gut, sondern hält auch Mücken fern. Ein kleiner Tisch aus Teakholz mit Klappfunktion ermöglicht das Frühstück zu zweit, ohne den Platz zu versperren.


Der Boden war eine Katastrophe. Der alte Gussasphalt war rissig und staubte bei jedem Schritt. Ich verlegte einfach selbstklebende Holzfliesen aus Bambus – die sind leicht, rutschfest und kosten pro Quadratmeter nicht die Welt. Ein großer Vorteil: Man kann sie bei Bedarf einzeln austauschen. Dazwischen setzte ich ein paar Polsterkissen aus Outdoor-Stoff, die man bei Regen einfach unter die Bank schiebt. So entstand eine gemütliche Sitzecke, die auch mal einen Regenschauer übersteht, ohne gleich zu schimmeln.


Gäste auf dem Balkon zu bewirten, war lange ein Traum. Der Platz reichte kaum für zwei Stühle, geschweige denn für eine Liegefläche. Also besorgte ich mir eine schmale Liegebank aus Aluminium, die tagsüber als Sitzbank dient und nachts mit einem 12 cm dicken Matratzenaufsatz zur Gästeliege wird. Die Matratze ist mit einem abnehmbaren Bezug ausgestattet, den ich in der Maschine waschen kann. Wenn Freunde übernachten, klappe ich einfach die Rückenlehne herunter – und schon haben wir eine zweite Schlafgelegenheit.


Die Aufbewahrung war das nächste Problem. Auf dem Balkon lagen Kissen, Decken, Gartenhandschuhe und ein alter Grillrost kreuz und quer. Ich kaufte einen günstigen Holzbox-Aufbewahrer mit Deckel, der als Tisch dient und gleichzeitig Platz für all diese Dinge bietet. Darin verstaufe ich auch die losen Kabeltrommeln für die Lichterkette und die Ersatztöpfe. So bleibt der Boden frei, und ich muss nicht jedes Mal ins Wohnzimmer laufen, wenn ich eine Gießkanne brauche.


Beleuchtung ist für mich das i-Tüpfelchen. Ich habe eine solarbetriebene Lichterkette mit 30 warmweißen LEDs über die Balkonbrüstung gespannt. Die hält den ganzen Abend durch, auch wenn die Sonne nicht mehr scheint. Dazu kamen zwei kleine Tischleuchten mit USB-Anschluss, die ich über eine Powerbank betreibe. So kann ich abends noch ein Buch lesen, ohne das Wohnzimmerlicht anzuschalten und die Mücken anzulocken. Ein kleiner Windspiel aus Metall sorgt für sanfte Geräusche im Hintergrund.


Die Pflanzenwahl war eine Sache für sich. Ich wollte etwas Essbares, aber ohne großen Pflegeaufwand. Also pflanzte ich drei Erdbeerpflanzen in einen hängenden Korb, der an der Brüstung befestigt ist. Die hängen frei und brauchen nur einmal pro Woche Wasser. Dazu kamen zwei Kräutertöpfe mit Minze und Basilikum, die ich direkt neben der Tür platziert habe. Jetzt kann ich beim Kochen einfach nach draußen greifen und ein paar Blätter zupfen – das spart den Weg zum Supermarkt.


Ein Tipp aus der Praxis: Achte auf die Statik. Ich habe mal eine schwere Holzbank aufgestellt, die den Bodenbelag eindrückte. Jetzt verwende ich nur noch leichte Möbel aus Aluminium oder Kunststoff, die ich bei Sturm problemlos umstellen kann. Die größte Investition war eine wetterfeste Sitzgruppe aus Polyrattan, die mit einem 16 cm dicken Sitzpolster ausgestattet ist. Die Farbe habe ich in einem Grün gewählt, das an Moos erinnert – so verschmilzt sie optisch mit den Pflanzen.


Am Ende ist der Balkon gestalten eine Frage der Prioritäten. Ich habe gelernt, dass weniger manchmal mehr ist. Ein stabiler Tisch, zwei bequeme Stühle mit Auflagen aus Mikrofaser und ein paar Kissen reichen völlig aus. Der Rest ergibt sich durch die Jahreszeiten: Im Sommer hängen Blumenampeln, im Winter ein paar Tannenzweige. So bleibt der Raum lebendig, ohne dass ich ständig umdekorieren muss.


Seitdem sitze ich jeden Morgen dort, auch wenn es nieselt. Der Kaffee schmeckt besser, die Gedanken kommen zur Ruhe, und ich frage mich, warum ich so lange gewartet habe. Der Balkon ist kein Abstellraum mehr – er ist mein kleines Freiluftwohnzimmer, das ich mit ein paar Handgriffen selbst erschaffen habe. Und das Beste: Ich muss niemanden um Erlaubnis fragen. Nur die Nachbarn unter mir haben sich beschwert, weil die Lavendeltöpfe bei Regen tropfen. Aber das ist eine andere Geschichte.

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